Dieses Jahr entscheiden wir uns, direkt im Dunkeln loszufahren und nach 12 Stunden Fahrt kommen wir am selben Campingplatz in Hyères, Südfrankreich an. Die Vorfreude ist riesig und wir können es alle nicht abwarten, endlich auf dem Mittelmeer los zu segeln. Als Trainer haben wir einen alten Bekannten aus dem letzten Jahr, Jerome Peck, dabei. Unterstützt wird er durch unsere Maren. An Teilnehmern sind aus dem Yacht-Club Rhein-Mosel Luca & Louis, Pierre & Annabelle, Jonas & Moritz dabei. Unser „Misch-Team“ aus Yacht-Club & dem Post Sport Verein bestehend aus Johanna & David, darf auch nicht fehlen.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und das sind unser Chefkoch & Organisator Wolfgang, mit seinem Küchenpersonal Birgit & Patricia. Und als Trainerassistentinnen Greta & Maren. Natürlich bestand das Trainingslager nicht nur aus Seglern vom Yacht-Club Rhein-Mosel, sondern es gab auch zwei Teams vom bekannten Laacher-See, Benjam & David und Fynn & Felix.

Es geht los

Der erste Trainingstag beginnt für uns um 9 Uhr am Strand. Da der Torbogen des Campingplatzes nicht ansatzweise hoch genug für unsere Masten ist, müssen wir leider jedes Mal den Mast legen und stellen. Nachdem alle Boote aufgebaut sind, gibt es erst einmal eine Besprechung mit Jerome. Der erste Segeltag läuft noch nicht wirklich ganz rund bei allen, aber man muss sich ja auch erst einmal wieder an das Revier gewöhnen.

Alltag

Ab heute geht es jeden Morgen um 7:30 Uhr mit Frühsport los. Unsere Laufroute führt zufälligerweise genau am Bäcker vorbei und so ist auch für jeden Morgen das Frühstück gesichert. Um 9:30 Uhr soll die Gruppe segelfertig am Strand sein, also umgezogen und Boote aufgebaut. Das klappt bis jetzt eher weniger gut, wofür es auch direkt von Jerome einen auf den Deckel gibt. Der Wind am Morgen hält sich in Grenzen, böse Zungen vergleichen die Windstärke schon mit der Mosel, und so freuen sich doch alle auf das Mittagessen um ein Uhr. 

Am Nachmittag geht es logischerweise ein zweites Mal aufs Wasser und der Wind scheint sich beweisen zu wollen. Es geht mit Ende 3 Bft los, die aber von Stunde zu Stunde deutlich zunehmen. Nach einiger Zeit bleiben nur noch die drei Schiffe vom Yacht-Club übrig und mit knapp 5 Bft ist auch an Training nicht mehr zu denken. Also heißt es „Überlebenskampf“ und einfach mal die Schiffe laufen lassen, um etwas Strecke zu machen. Mit einem lauten Knall verabschiedet sich der Topnant auf dem Out of Control und kurz darauf liegt die Crew auch schon im Wasser. Nach mehrfachem Durchkentern sind wir heilfroh, die Schleppleine von Maren entgegen zu nehmen, so dass sie das Schiff für uns im Wind hält, damit wir es aufrichten können.

Manövertraining & Handypanik

Der Wind hat im Gegensatz zu gestern deutlich abgenommen und es geht etwas entspannter zu. Heute stehen Startübungen auf dem Programm. Mit drei verschiedenen Übungen verbringen wir den Morgen. Dabei fahren wir auch mal längere Schläge und üben auf dem Rückweg die Spiehalse. Die funktioniert auch schon ziemlich gut mit neue erlernter Technik. Damit das auch sitzt, wird das Manöver auf Pfiff geübt und wir kommen doch ganz schön ins Schwitzen. 

Als wir in der Mittagspause wieder in unsere Bungalows zurückkehren, fällt ziemlich schnell auf, dass einige Handys fehlen. Bei dem ein oder anderen stehen die Schweißperlen schon auf der Stirn, da die Jugend doch eingestehen muss, den zugeteilten Bungalow nicht abgeschlossen zu haben. Komischerweise sind aber alle anderen „wertvollen“ Geräte, wie Laptops und Action-Cams noch da. Da ahnen einige doch schon, was vor sich geht. Unsere Vorahnung wird auch bestätigt, nachdem uns Maren & unsere Eltern alle noch bis nach dem Essen haben zappeln lassen. Es war eine Lektion, dass wir gefälligst den Bungalow abschließen sollen. Tja, was soll ich sagen, danach war das Ding immer abgeschlossen… scheint gewirkt zu haben. Nach dem kurzen Schock geht es aber wieder aufs Wasser und es werden die Vorschoter ein wenig durch getauscht und Regatten bzw. Starts geübt.

Neue Segler und kopfüber im Trapez

Weil der Wind am heutigen Morgen doch noch etwas zu wünschen übrig lässt, gibt es eine kleine Badepause auf dem Wasser. Da wir letztes Jahr, wenn wir ehrlich sind, kläglich gescheitert sind, was den Handstand im Trapez angeht, versuchen wir es noch einmal. Genauer gesagt Luca & Laura und das klappt dieses Jahr auch auf Anhieb und sieht ziemlich gut aus. Außerdem gibt es plötzlich ein neues 420er Team auf dem Out of Control, denn Maren hat es nach jahrelanger Arbeit endlich geschafft, Greta auf einen 420er zu bekommen und so werden auch direkt die Starts äußerst erfolgreich mit gesegelt.

Frühsport ade

Der Besuch der Kartbahn in Hyères darf dieses Jahr natürlich auch nicht fehlen und so machen wir uns noch nach dem Segeln auf. Da Jerome und Jörg letztes Jahr deutlich vor allen platziert waren, setzt Jerome leichtsinnig den Frühsport aufs Spiel und wettet mit uns: „Wenn jemand eine bessere Rundenzeit als ich fährt, dann fällt der Frühsport morgen aus!“ Naja, gesagt getan. In der zweiten Runde waren direkt zwei Leute schneller als unser Trainer: Louis und Moritz. Den Jubel kurz danach bekommt die gesamte Kartbahn zu spüren. Etwas gekränkt in der Ehre, geht Jerome anschließend wieder als Bester durchs Ziel, aber das rettet den Frühsport auch nicht mehr.

Rentner statt Segler

Die Wassereinheit beginnt mit einem sehr kurzen Up and Down Kurs. Dabei merkt man dann doch, dass man die letzten Tage jeweils 6 Stunden auf dem Wasser war und man könnte meinen, dass sich Rentner und keine Regattasegler auf dem Schiff befinden ;) Aber Ausreden zählen nicht und das Training wird natürlich trotzdem durchgezogen.

Am Nachmittag ist der Wind perfekt für das heutige Training. Bei drei Bft gehen wir noch einmal das Spitrapez-Segeln an und üben das Manöver „Spitz-auf-Spitz“. Nach ein paar Versuchen klappt das auch schon ganz gut und überraschenderweise geht dabei niemand baden. Das Ganze wird wieder auf Pfiff geübt und man kann jetzt schon eine deutliche Verbesserung bei allen sehen. Mit ein paar Tipps und Hinweisen von Jerome sieht das Ganze noch besser aus. Am Abend tauschen wir noch ein paar Erfahrungen, was unser Kameraequipment angeht, mit den Jungs vom Laacher See aus. Wir stellen alle fest, dass die Akkus nach der Aufladung hier vor Ort komischerweise nicht so lange halten, wie daheim.

Hyères bei Nacht

Auch der Kulturtrip soll nicht ausfallen und so fahren wir noch am letzten Abend wieder in die Altstadt. Natürlich besuchen wir noch dieselbe Eisdiele und schicken Jerome, der schon nach Hause geflogen ist, erst einmal ein Foto, um ihn die Nase lang zu machen. Anschließend geht es noch auf die Aussichtsplattform und wir genießen den Anblick von Hyères bei Nacht. Wir halten den Ausflug relativ kurz, da morgen die Abreise ansteht.

Fazit

Die Manöver sind viel sicherer geworden bei Luca & Louis, David & Johanna haben sich gerade als jüngste Crew sehr gut geschlagen und auch bei den Jungs vom Laacher See sieht man eine deutliche Verbesserung. Daher kann man sagen, dass uns das Trainingslager alle weiter gebracht und viel Spaß gemacht hat. Jeder konnte viel von unserem Trainer Jerome mitnehmen und man hat eine deutliche Verbesserung bei allen Seglern gesehen. Auch wenn der Wind nicht so stark wie letztes Jahr war, konnte man so doch die Manöver deutlich besser üben.

Alles in allem wieder ein sehr gelungenes und erfolgreiches Trainingslager, für welches wir uns herzlich bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben. Natürlich bei Wolfgang, der alles topp organisiert hat und bei dem Landes Segler Verband Rheinland-Pfalz für die finanzielle Unterstützung, sowie dem Deutschen Segler Verband, der diese Maßnahme mit Etatmitteln der DSV-Seglerjugend gefördert hat!

Aber auch bei unseren Sponsoren, Mark Scherhag, der uns wieder einmal einen VW-Bus zur Verfügung gestellt hat und bei unserer Putti (auch wenn sie das hier bestimmt nicht lesen will ;) ), die uns unterstützt hat.
Nicht zu vergessen ist unser Verein, der Yacht-Club Rhein-Mosel, der uns, wo er nur, kann ebenfalls immer hilft.

Zum Abschluss geht natürlich noch ein großer Dank an alle, die irgendwie geholfen haben.

Die Jugend wünscht eine schöne Saison!

Moritz Bartz

PS: Das Essen war wie immer fantastisch, auch wenn es diesmal deutlich mehr Nudeln mit Pesto gab ;)