18 gc 10 20181009 1349166255 YCRM 350pxNicht nur Yachten werden saniert, mitunter auch Schlauchboote.
Der Yacht-Club Rhein-Mosel e.V. in Koblenz hängt an seinem vereinseigenen Schlauchboot Marke Zodiac Cherokee, denn rund 20 Jahre lang hat MER RETT DICH brav seinen Dienst beim Aus- und Einschleppen von Jollen, als Bojentransporter bei Regatten und als Begleitboot bei der Segelausbildung versehen. Das blieb nicht ohne Spuren. Der Schlauch wurde undicht und unansehnlich, hing schlapp am Kunststoffrumpf. Irgendjemand sprach tatsächlich von verschrotten, doch man entschied sich für eine Sanierung, da Rumpf, Steuerstand und Motor soweit in Ordnung waren.

Ein eher ungewöhnliches Projekt, denn während sich im Segel- und Motorbootbereich inzwischen zahlreiche Werkstätten auf Refit spezialisiert haben, gibt es für Schlauchboote eigentlich nur eine Adresse: den Holländer. Unter diesem Namen ist der gebürtige Niederländer Frank Spijkerman bekannt, seit er sich vor über 20 Jahren auf die Reparatur und Neuanfertigung von Schlauchbooten spezialisiert hat. Wer sein Firmengelände in Beverungen betritt, bekommt ein Bild davon, welche traurigen Fälle sich bei ihm einfinden. Ein kleiner Riss oder ein Loch im Schlauch gehören dabei zu den ganz kleinen Herausforderungen. Bei MER RETT DICH war das volle Programm angesagt. Das alte Schlauchsystem musste ebenso wie die alten Verklebungen von der Kunststoffschale entfernt werden. Die Anfertigung der neuen Schläuche aus hellgrauem Orca-Hypalon mit fünf Luftkammern, die Montage und die weitere Ausstattung mit Griffen, Leinen, D-Ringen und Scheuerleiste waren für Spijkerman eine aufwändige, aber nicht außergewöhnliche Aufgabe. Immerhin arbeitet er auch für Organisationen wie DLRG oder Feuerwehr. Nach ein paar Wochen stand MER RETT DICH wie Phönix aus der Asche in strahlendem Glanz da und wurde vom Verein schon sehnsüchtig erwartet, denn für die Medemblik-Regatta wurde er als Arbeitsboot benötigt. Für den Yacht-Club-Rhein-Mosel e.V. hat sich die Entscheidung jedenfalls gelohnt. Ein neues Schlauchboot hätte ein großes Loch in die Vereinskasse gerissen, so blieb die Investition im Rahmen. Und weil aus dem häßlichen Entlein ein schöner stolzer Schwan geworden war, wurde das Boot neu getauft. Auf den Namen PHÖNIX.

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Danke an Conny Joisten für das Zusenden des Berichts. Der Artikel erschien in der "Skipper/ Bootshandel" Heft 6, Seite 8. Die aktuellste Ausgabe finden Sie auf https://www.skipper-bootshandel.de/aktuelle-ausgabe/